Was ist "MRSA"?

MRSA steht für Multi-Resistenter Staphylococcus Aureus. Bei MRSA handelt es sich also um besondere Stämme des allgemein bekannten grampositiven Bakteriums Staphylococcus aureus. Sie zeichnen sich durch eine weitgehende Resistenz gegenüber Antibiotika - insbesonders Penicillinen wie Methicllin oder Oxacillin - aus. Die Resistenz bezieht sich nicht auf Desinfektionsmittelwirkstoffe (Ausnahme Chlorhexidin).

DGHM-gelistete Desinfektionsmittel, die Sie aus unserem Sanitätshaus beziehen, töten in der Regel MRSA zuverlässig ab.

Warum ist "MRSA" so problematisch?

Infektionen mit Staphylokokken - insbesondere mit MRSA - machen einen Grossteil der nosokomialen, in medizinischen Einrichtungen erworbenen Infektionen aus. Quelle für die Übertragung mit MRSA sind meist infizierte oder kolonisierte Patienten oder Mitarbeiter in Krankenhäusern und Altenheimen. MRSA-Übertragungen steigen stetig und sind besonders problematisch, weil

  • immer mehr Staphylokken gegenüber Antibitika resistent und damit zu "MRSA" werden
  • MRSA Infektionen nur schlecht mit Antibiotika zu therapieren sind
  • MRSA-Erreger besonders umweltresistent sind
    (widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und Wärme, können daher lange auf unbelebten Oberflächen überleben)
  • MRSA-Erreger gutes Haftvermögen auf Oberflächen wie z.B Medizinprodukten zeigen

Was kann man gegen "MRSA" tun?

Die konsequente Durchführung aller üblichen Hygienemaßnahmen - insbesondere der Flächen- und Händedesinfektion - ist entscheidend, um nosokomialen Infektionen mit MRSA vorzubeugen. Sollte eine MRSA-Kontamination beim Patienten oder Personal festgestellt werden, sind besonders sorgfältige Hygienemaßnahmen durchzuführen, um eine Übertragung auf andere Stationen zu verhindern. MRSA-Träger müssen zuerst isoliert und vor allem saniert werden. Die Personensanierung erfolgt durch eine tägliche Ganzkörperwaschung der Haut und der Haare mit hautverträglichen, antiseptischen Waschpräparaten. Der Sanierungserfolg sollte mit Abstrichen kontrolliert werden - nach 3 aufeinanderfolgenden Tagen mit MRSA-negativen Abstrichen kann die übliche Patientenbetreuung wieder aufgenommen werden.

Zusätzlich zur Personensanierung muss

1. auf eine konsequente Flächendesinfektion aller Flächen und Gegenstände,
mit denen der Patient und das Personal in Kontakt kommt
2. auf eine disziplinierte Händedesinfektion insbesondere des Personals (Hände sind Hauptübertragungsquellen) geachtet werden.

Wo findet man "MRSA"?

Hauptübertragungsquelle sind Patient und medizinisches Personal. Besonders problematisch ist, dass viele Menschen nur mit MRSA kolonisiert sind - das heißt sie sind MRSA-Träger, können also MRSA auf andere übertragen, zeigen selbst aber keine Anzeichen einer Infektion, bzw. Erkrankung.

MRSA-Erreger treten an vielen Hautstellen auf:

  • Kopfhaut/Haar/Stirn-Haar-Grenze (ca. 20 %)
  • Nasenvorhöfe * (ca. 100 %)
  • Rachen (ca. 80 %)
  • Achseln (ca. 40 %)
  • Hände **
  • Leisten (ca. 30 %)
  • Genitalien (ca. 20 %)
  • wunde Hautbereiche z.B. zwischen Oberschenkel (ca. 50 %)




Die Nasenvorhöfe sind besonders stark besiedelt. Sie müßen daher mehrmals täglich dekontaminiert werden.

**Die Hände des medizinischen Personals sind die bedeutensten exogenen Infektionsquellen.
Die hygienische Händedesinfektion ist daher unerlässlich, um die MRSA-Übertragung auf andere Stationen zu vermeiden.